Etwa 400 Teilnehmer reisten wieder mit Autos, mehreren Reisebussen oder mit dem Zug ins Sauerland zum diesjährigen Schulschachcup. Die Olsberger Konzerthalle bot wie gewohnt einen tollen Spielort für die größte Schachveranstaltung in NRW.
Schirmherr MDL Hubert Kleff konnte 41 Mannschaften begrüßen, die in den 2 Wertungsklassen „Grundschulen“ und „Weiterführende Schulen“ antraten und dem WM-Fußballfieber trotzten.
Sportlich stand das Turnier ganz im Zeichen der „Deutschen Schachschule“. Mit diesem Prädikat versieht die Deutsche Schachjugend Schulen, die sich durch herausragende Angebote und Leistungen im Schulschach auszeichnen. Turnierleiter und Mitglied des AK Schulschach der DSJ Christian Goldschmidt konnte während der Veranstaltung diese Auszeichnung an die Raesfelder St. Sebastian GS vergeben. Die Münsterländer sind seit Jahren im Grundschulschach eine feste Größe in NRW und bieten Schach sogar als festes Schulfach an. Das ist sicher ein Traum für viele schachbegeisterte Schüler.
Und die sportlichen Erfolge bleiben auch nicht aus, in beiden Wettkampfklassen lieferten sich die Raesfelder mit der anderen Schulschachhochburg Dortmund ein Duell um den Turniersieg.
Von den 19 Grundschulteams kamen drei aus Raesfeld und zehn(!) aus Dortmund. Die weiteste Anreise hatte sicherlich die Antonius GS aus Bedburg-Hau mit über 200 km, erstmals waren übrigens auch alle NRW-Schachverbände in beiden Gruppen vertreten. Den Siegerpokal errang (wer hätte das gedacht?) die St. Sebastian GS knapp vor der Dortmunder Hohwart GS, nachdem sich beide bereits in der ersten Runde Unentschieden trennten. Als Dritte kamen die Paderborner Domschüler aufs Treppchen.
Als beste Einzelspieler bei den Grundschülern wurden Anna-Katharina Volesky (7/7) und Simon Wefers (6,5/7) aus Ahlen mit einer Medaille ausgezeichnet. Die beiden holten knapp die Hälfte aller Punkte ihrer Mannschaft.
Bei den weiterführenden Schulen traten 22 Teams an. Sieger wurde das Gymnasium Remigianum Borken vor dem Dortmunder Immanuel-Kant-Gymnasium. Da der Großteil der Borkener früher die St. Sebastian-GS besuchte, setzte sich das Dortmund-Raesfeld-Duell hier fort. Auf den dritten Rang kam das Duisburger Krupp-Gymnasium. Sehr unglücklich schnitt das Porzer Stadtgymnasium ab. Die Kölner konnten zwar 6 von 7 Spielen gewinnen, hatten aber die Ausschreibung falsch verstanden und nur einen statt der geforderten drei Spieler aus der WK IV an Bord. In der Folge mussten sie immer zwei kampflose Punkte in Kauf nehmen, was bei der Brettpunktwertung in Verbindung mit der 3-Punktwertung nicht kompensierbar war.
Als beste Einzelspieler wurden 6 Spieler ausgezeichnet, die 7/7 erreichen konnten: Kai Finke, Lukas Nakamura, Alexander Kartsev, Jan Schwiddessen, Roni Tunc und Hendrik Tünte.
Der Olsberger Bürgermeister Wolfgang Fischer ehrte die Sieger. Alle Siegermannschaften konnten jeweils eine Kiste gefüllt mit Schachuhren und Leckereien mit nach Hause nehmen. Bei der anschließenden Verlosung konnten sich die Landgrafen GS und die Wilhelm-Röntgen-RS aus Dortmund auch noch über je eine Schachuhr freuen.
Christian Goldschmidt